Mit der Spitzhacke zur Gewinnerin
Der Krimiroman „Tannöd“ von Andrea Maria Schenkel spielt in den 50er Jahren und handelt über einen sechsfachen Mord welcher in einem ländlichen Landschaft geschiet. Dieser Krimiroman basiert auf einer wahren Gegebenheit.
Andrea Maria Schenkel wurde 1962 in Rregensburg geboren. Im Jahr 2006 veröffentlichte sie ihr erstes Buch. Für ihr Romandebüt erhielt sie 2007 den Deutschen Krimi Preis und den Friedrich Glauser-Preis. Darüber hinaus erhielt sie für das Hörbuch zum Roman 2007 zusammen mit Monica Bleibtreu den CORINE Weltbild-Leser-Preis. Die Leute im Dorf nennen ihn nur „Den Mordhof“. Denn auf diesem einsamen Einödhof wurde in einer Nacht mit einer Spitzhacke eine gesamte Familie ausgelöscht. Doch die Bewohner des Hofes waren im dem Dorf nicht sehr beliebt. Sogar die Kinder wurden grausam ermordet. Die düstere Atmosphäre im Buch entsteht, da der Leser jeden Schritt des Mörders verfolgt. Man beobachtet seine alltäglich Verrichtungen ohne seine Identität zu kennen. Es werden Zeugen befragt und der Ablauf des Romans wird zu einem undurchsichtigen Muster. Am Ende jedoch setzten sich die verschiedenen Mosaikstücke zusammen und am Ende bildet diese Struktur ein erkennbares Muster. Dieses Muster klärt sich jedoch erst am Ende des Buches auf. Das undurchsichtige Mosaikmuster macht den Roman sehr spannend und treibt den Leser zum weiter lesen an. Durch dieses bestimmte Muster wird die Spannung immens gehoben.Ihr Roman ist ein Durchbruch in der Krimiwelt welcher neue Maßstäbe setzt. Jedoch sind 13 Euro ist für ein 125 Seiten langes Buch ein wenig teuer. Dennoch ist diese Investition aufgrund des besonderen Stils und eigenartigen Struktur durchaus lohnenswert.
Henning Börries
Rezension: Tannöd
12. Dezember 2007
Rezension: Tannöd Der Kriminalroman „Tannöd“, geschrieben von Andrea Maria Schenkel, handelt von einer Geschichte eines sechsfachen Mordes auf einem Einödhof. Dieser geschah in der Mitte der 50er Jahre in Bayern , bei dem eine Bauernfamilie und ihre Dienstmagd eines Tages tot aufgefunden wurden. Dieser Kriminalroman basiert auf einer wahren Gegebenheit. Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962 in Regensburg, veröffentlichte 2006 ihr Kriminaldebüt „Tannöd“. Für diesen erhielt sie 2007 den Deutschen Krimi Preis und de Friedrich Glauser-Preis. Auch das Hörbuch zu diesem Krimi war sehr erfolgreich, denn sie erhielt dafür den Corine-Weltbild-Leserpreis. Zurzeit lebt Andrea Maria Schenkel zusammen mit ihrer Familie in Nittendorf im Landkreis Regensburg. Da Tannöd ihr Einstieg in die Literatur war, hat Andrea Maria Schenkel keine vorangegangen Werke. Außerdem gibt es keine bisherigen Einschätzungen über die Autorin, da sie, bevor sie dieses Buch schrieb, noch völlig unbekannt war. Vergleichen könnte man „Tannöd“ mit dem Buch „ Der Richter und sein Henker“, bei dem ebenfalls am Anfang ein Mord passiert und dieser dann mit der Zeit aufgeklärt wird. Das Buch „Tannöd“ handelt von einem schrecklichen Mordfall, der in der Einöde Tannöds geschieht. Bei diesem Mord werden 6 Menschen einer Bauernfamilie kaltblütig erschlagen. Um das Geschehen aufzuklären werden möglichst viele Personen befragt. Diese Handlung basiert auf einem 1922 wirklichen geschehenen Ereignis in Hinterkaifeck in Bayern. Das Buch hat 125 Seiten und ist in 42 Kapitel unterteilt.Andrea Marie Schenkel hat diese Kapitel ihres Buches aber nicht chronologisch angeordnet.Sie verwendet eine archronologische Erzählstruktur. Ihr Text wirkt wie eine Mosaiksturktur. Außerdem wendet sie des Öfteren eine Multiperspektivität an. Hinzu kommt, dass die Kapitel nicht nacheinander geordnet sind, was dazu führt, dass der Leser immer wieder auf eine falsche Fährte geführt wird.Auch auffällig ist, dass alle Kapitel durch bestimmte Balken am oberen Teil des Buchs markiert sind. Es gibt schwarze Balken, mittelgraue und hellegraue Balken. In den Kapiteln mit schwarzmarkierten berichtet ein Er-Erzähler, bei Kapiteln mit mittelgrauem Balken ein Ich-Erzähler. Unter den hellgrauen Balken befinden sich Gedichte.Dadurch, dass der erzählte Modus aus der Sicht des Täters verfasst wurde, ist dieses Buch sehr spannend zu lesen.Die verschiedenen Gebetsstellen sind eigentlich völlig ausdruckslos. Es gibt 6 Gebete, die der Zahl der Todesopfer entsprechen. Insgesamt ist der Kriminalroman recht gut gelungen. Das Buch ist recht einfach zu lesen. Durch die ständig wechselnden Szenen wird der Leser oftmals auf eine falsche Fährte gelockt. Auch dies verführt dazu, dass man das Buch unbedingt zu Ende lesen möchte, um die Identität des Täters herauszufinden. Dadurch, dass das Buch einer wahren Begebenheit entspricht, wird man dazu verlockt, sich mit den Geschehnissen im „wirklichen“ Mordfall auseinanderzusetzen.
Einfach – Aber genial
12. Dezember 2007
„Tannöd“ – So heißt das Erstlingswerk von Andrea Maria Schenkel. Die Autorin, die 1961 geboren und mit einem Arzt verheiratet ist, erzählt darin eine Geschichte, die ihr schon als Kind ihre Eltern immer erzählt haben. Sie hat sich von einem Mordfall aus dem Jahr 1922, als im bayrischen Hinterkaifeck eine, wie man neudeutsch sagen würde, alleinerziehende Mutter zusammen mit ihren beiden Kindern, ihren Eltern und einem Dienstmädchen auf einem einsamen Hof ermordet wurden, inspirieren lassen. Sie schreibt diesen bis heute ungelösten Mord leicht um, verlagert ihn in die Nachkriegszeit und gibt ihm einen Täter. Allerdings gibt es „Plagiatsvorwürfe“ seitens des Schriftstellers Peter Leuscher, der behauptet, Schenkel hätte von seinem Buch über ungeklärte bayrische Kriminalfälle abgeschrieben.
Schenkel schreibt in einer einfachen, manchmal auch schon zu einfachen Sprache. So fängt Schenkel das dritte Kapitel, in dem die eigentliche Handlung beginnt, mit einer alltagssprachlichen Satzkonstruktion an: „Am frühen Morgen, vor Tagesanbruch, betritt er den Raum. Mit dem Holz, dass er von draußen hereingebracht hat, heizt er den großen Herd in der Küche an, befüllt den Dämpfer mit Kartoffeln und Wasser, stellt den Kartoffeldämpfer auf die Herdplatte.“ All diese in den 50er Jahren alltäglichen Tätigkeiten, die unprätiös beschrieben werden, spiegeln die stilistische Normalität dieses Buches wieder. Wobei Normalität in keinster Weise negativ zu sehen ist. Schenkel schafft es mittels des Schreibstiels die Lebensumstände und Verhaltensweisen der Menschen aus den 50er Jahren wahr werden zu lassen. Sie schreibt von einfachen Menschen, die nicht wissen, wie sie mit der Tat umgehen sollen und sich selbst Vorwürfe machen, da sie meinen, sie hätten diesen Mord verhindern können.
Diese Geschichte an sich wäre aber langweilig. So hat sich die Autorin eines genialen Einfalls bedient: Sie ordnet die Kapitel nicht chronologisch an, sondern auf den ersten Blick total unchronologisch und unordentlich. Verstärkt wird die Unchronologie durch mehrere Gebete, Berichte vieler verschiedener Menschen, die erzählen, wie sie den Mord miterlebt und empfunden haben, sowie einen Erzähler, der die Handlung vorantreibt. Wobei es eine wirkliche lang andauernde Handlung nicht gibt. Die Handlung besteht nur aus dem Mord und einer kurzen Vorgeschichte. Der Rest des Buches ist sekundär. Die Bekannten der Mordopfer beschreiben, wie sie den Mord miterlebt haben. Aber es ist eben nur auf den ersten Blick eine unchronologische und unlogische Kapitelabfolge. Bei genauerem Hinsehen, ordnet sich das durcheinander zu einem wohlgeordneten Geflecht. So geschieht der Mord erst in der Mitte des Buches. Die Folgen des Mordes sind aber bereits am Anfang des Buches beschrieben. Aber wie es sich für einen Kriminalroman gehört, befindet sich die Auflösung des Mordes am Ende. Dieses verwirrende Geflecht hat kann man sehr treffend als „Mosaikstruktur“ bezeichnen. Und die Autorin, die nach eigener Aussage dieses Buch „an einem Stück“ geschrieben hat, ist zu bewundern, wie sie dieses Geflecht an einem Stück entstehen lassen hat.
Wenn man an dieses Buch nicht mit dem Anspruch einer intellektuellen Bewusstseinserweiterung herantritt und ein Buch zum Entspannen und Ausspannen sucht, ist Tannöd ein äußerst lesenswertes Buch. Ihr neues Buch „Kalteis“ lässt viel erwarten. Weiter so, Frau Schenkel!
Andrea Maria Schenkel, Tannöd, Edition Nautilus
„Gib ihnen Die ewige Ruhe“
12. Dezember 2007
So endet eines der sechs Gebete im Buch Tannöd. Seine Verfasserin ist Andrea Maria Schenkel. Sie ist am 21. März 1962 in Regensburg geboren. Frau Schenkel lebt momentan mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg. Der Roman Tannöd ist das Debüt von Frau Schenkel. Für ihr Buch hat sie den deutschen Krimipreis 2007 und den Friedrich – Glauser – Preis bekommen. Da das Buch Tannöd ist das Debüt von Frau Schenkel, daher hat sie keine Werke zuvor geschrieben. Sie hat aber bereits ein zweites Buch veröffentlicht. Es heißt „Kalteis“ und ist wie ihr Debüt Tannöd auch ein Kriminalroman. Auch in diesem Buch schreibt Frau Schenkel über eine wahre Begebenheit, die 1939 in Deutschland passiert ist. Auffällig ist auch, dass diese Begebenheit, wie in „Tannöd“, auf einem Dorf beginnt. Dem Genre Kriminalroman entsprechend, passiert ein Mord, der aufgeklärt werden muss. Dieses Buch ist auf der Krimiweltbestenliste der Neuerscheinungen auf dem ersten Platz. Viele Kritiker haben dem Buch „Tannöd“ positive Kritiken verliehen. Zum Beispiel bezeichnete „Die Zeit“ es als „großartiges Krimidebüt“ oder der Deutschlandfunk nannte es „ein Meisterwerk, ein Geniestück“. Das Buch handelt von einem schrecklichen Mord in dem Dorf Tannöd. Es wird versucht den Mord aufzuklären in dem möglichst viele Personen befragt werden. Obwohl man selbst die Aufklärung des Falles verfolgt, bekommt man auch die Schritte des Mörders mit. Nach und nach erhält der Leser immer mehr Informationen zum Täter und zu den Beziehungen im Dorf. Durch dramatische Beziehungen innerhalb des Dorfes läuft die Geschichte dann auf ihren Höhepunkt zu. Der Inhalt des Buches verspricht Spannung, da es sich um eine wahre Geschichte handelt, die aber nicht gelöst wurde. Frau Schenkel gibt die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren in der Geschichte auch nur nach und nach preis. Somit will der Leser immer weiter lesen um mehr Informationen zu bekommen und das ist hervorragend für ein Buch. Frau Schenkel hat in ihrem Buch eine besondere Konstruktion verwendet. Es gibt viele Kapitel die durch bestimmte Balken markiert sind. Es gibt schwarze, graue und hellgraue Balken. Diese Balken haben eine bestimmte Bedeutung. In dem Kapitel mit schwarzem Balken berichtet ein Er-Erzähler, davon gibt es 17 Kapitel. . In den Kapiteln mit grauem Balken erzählt ein Ich-Erzähler, die sind mit 18 Kapiteln am häufigsten vorhanden, und in den Kapiteln mit hellgrauem Balken stehen Gebete. Es gibt sechs Gebete, die aus dem Gebetsbuch „Myrtenkranz“ stammen. Sie zeigen das katholische Religionsbild in Süddeutschland, wo die Geschichte stattfindet. Die Kapitel sind nicht nacheinander geordnet sondern in einer Art Mosaikmuster angeordnet. Dadurch wird der Leser immer wieder aus dem Konzept gebracht. Wenn er gerade eine Fährte entdeckt hat, wechselt der Erzähler und der Leser muss sich wieder umstellen. Genau dieses System finde ich sehr interessant und gut. Das System dieses Kriminalromans ist anders als zum Beispiel das System von dem Buch „Der Richter und sein Henker“ von Friederich Dürrenmatt. In diesem Werk passiert am Anfang ein Mord und der wird am Ende aufgeklärt und der Täter wird entlarvt. Das ist der Gegensatz zu dem Werk von Frau Schenkel. Durch diese „Unchronologie“ passiert der Mord nicht am Anfang sondern mitten im Buch. Bei dem Er-Erzähler passiert der Mord in Kapitel 40 und beim Ich-Erzähler in Kapitel 21 beziehungsweise 14. Dennoch entsteht gerade dadurch diese Spannung, weil der Leser nicht genau einschätzen kann in wie weit der Fall schon aufgeklärt ist. In den einzelnen Ich-Erzählern kommt die Sprache sehr authentisch herüber. Zum Beispiel wiederholt Babette Kirchmeier, die 86 Jahr alt ist, öfters die Worte „Ja, die Marie war eine ganz brave“. Damit stellt sie sehr gut dar, dass ältere Leute Sachen vergessen und sie nochmals wiederholen. Ebenfalls ein gutes Beispiel ist der 13-Jahre-alte Hansl Hauer. Er ist sehr Jung und spricht umgangssprachlich. Er sagt „rübergelaufen“ oder „halt“. Durch diese sprachlichen Mittel zeigt sie die Authentizität dieses Romans. Im Großen und Ganzen ist das Buch, welches 125 Seiten lang ist, ein gelungenes Werk.
Morddorf: Tannöd
Andrea Maria Schenkel, geboren am 21. März 1962, landete mit ihrem Kriminalroman „Tannöd“, den sie 2006 veröffentlichte, einen Kassenschlager. Er verkaufte sich über eine halbe Millionen Mal und hielt sich wochenlang in den Bestsellerlisten. 2007 erhielt Schenkel dafür den Deutschen Krimi Preis und den Friedrich Gauser-Preis. Dabei ist es der Debütroman der Regensburger Autorin, vorher war sie Hausfrau. Ihr aktueller Roman „Kalteis“ ist ebenfalls ein Krimi und weist ähnliche Züge auf, wie „Tannöd“. „Tannöd“ beruht auf wahren Begebenheiten. Es wird ein grauenvoller Mord an mehreren Personen geschildert, wie er sich 1922 in einen Dorf Bayerns ereignete. Bis heute ist er nicht aufgeklärt. Andrea Maria Schenkels Roman spielt allerdings in der Nachkriegszeit der fünfziger Jahre. Ihr Buch ist anders gestaltet, als man es von herkömmlichen Kriminalromanen kennt. Der größte Teil der Geschichte wird dem Leser vermittelt, indem die Beteiligten, deren Aussagen mehr oder weniger wichtig für den Verlauf der Geschichte sind, selbst zu Wort kommen. Dieser ungewöhnliche Aufbau ist anfangs etwas irritierend, aber man liest sich sehr schnell hinein. Auch erwähnenswert sind die Gebetstexte, die zwischendurch im Buch auftauchen. Allerdings stehen sie nicht im Zusammenhang der vorhergehenden Handlung. Nach einer besonders spannenden, gerade gelesenen Stell „übersieht“ man sie deshalb oft. Krimifans werden sich wahrscheinlich erst einmal umstellen müssen, denn das Buch entspricht, wie schon erwähnt, nicht dem typischen Schema eines Kriminalromans. Der direkte Mord geschieht nämlich nicht am Anfang, sondern erst am Ende des Buches. Vorher bekommt man nur Andeutungen durch die Interviews und durch die Geschichten verschiedener Personen. Die Reihenfolge der Handlungsabläufe ist sehr unchronologisch. So wird zwar über das ganze Buch hinweg Spannung aufgebaut und man kann nicht aufhören zu lesen da man unbedingt wissen möchte, wer der Mörder ist. Zwischendurch gibt es aber immer wieder Tiefpunkte, da nach manchen Stellen, wo man dem Mörder schon sehr nahe ist wieder ein Interview eingeschoben wird, worin dann die Lebensgeschichte einer völlig neuen Person beschrieben wird, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun hat. Diese Passagen erscheinen manchmal wie Füllmittel, aber zum Glück sind alle Kapitel nur sehr kurz. Alles in allem betrachtet ist „Tannöd“ ein sehr gelungenes Buch der etwas anderen Sorte, was zu lesen unbedingt eine Erfahrung wert ist.
Tim Gerlach
Wiefelstede, 11.12.’07
Der Geniestreich dieses Hebstes
12. Dezember 2007
Der Geniestreich dieses Herbstes
12.12.2007
Mit dem Kriminalroman „Tannöd“ landete die Debütautorin Andrea Maria Schenkel gleich ganz oben auf den Bestsellerlisten. Doch wer ist diese Frau, die mit ihrem Schreibdebüt gleich einen Bestseller landete? Andrea Schenkel ist dreiundvierzig Jahre jung und hat drei Kinder. Sie lebt in der Nähe von Regensburg auf einem abgelegenen Bauernhof. Nur durch ihren gut strukturierten Tagesplan konnte sie vor zwei Jahren ihren Haushalt und ihre Familie vom Schreiben trennen um ihren Roman zu Ende zubringen. Mit diesem Erstlingswerk erhielt Andrea Schenkel in diesem Jahr den Deutschen Krimipreis, sowie den Friedrich-Glauser-Preis. Außerdem rettete sie durch die große Nachfrage auf das Buch den Verlag, der bis dato rote zahlen schrieb, vor dem Bankrott. Der Inhalt ist kurz beschrieben. Die Bewohner eines abgelegenen Bauernhofes werden erschlagen aufgefunden. Das besondere daran ist. Dass der Leser nicht nur direkt Zeuge des Verbrechens wird, sondern den Mörder auf schritt und tritt begleitet ohne dessen Identität zu erkennen. Außerdem ist dieser Kriminalroman in zweierlei Dingen besonders. Zum einen wird der Tathergang nicht in chronologischer Reihenfolge beschrieben und zum anderen werden die Eindrücke der Dorfgemeinschaft in Form von einem Interview beschrieben, wobei sich herauskristallisiert, dass diese Familie nicht sehr beliebt in der Dorfgemeinschaft war und eher als eine Eigenbrötler-Familie galt . Des Weiteren wird der Tathergang und die eigentliche Geschichte von einem distanziertem Er/Sie-Erzähler erzählt. Eine weitere Besonderheit des Buches ist der, dass das Buch in drei Kategorien zusammengefasst wurde. Einmal der Tathergang dann die Interviews und immer wieder Einschübe von Gedichten. Daher empfehle ich jedem interessierten Krimileser sich dieses Buch zu kaufen, da es durch seine besondere Struktur und Aufbau sich von anderen Kriminalromanen abhebt und ein ganz neues Lesegefühl schafft und sogar auf einer wahren Begebenheit basiert. Außerdem kann man gespannt sein auf ihr neues Werk und ich bescheinige der Autorin eine rosige Zukunft und hoffe auf viele neue Werke.
Kai Redeker
Tannöd – Der Schauplatz der Mutter des Verbrechens
12. Dezember 2007
Das unscheinbare und idyllisch erscheinende Dorf Tannöd in Bayern wird über Nacht zum Schauplatz eines grässlichen Verbrechens. Die ganze Familie, der Vater, seine Frau und drei Kinder sowie die Magd werden erschlagen aufgefunden.
Andrea Maria Schenkel entführt Sie in ein Dorf, in dem nach der Tat nichts mehr ist wie es war. Keiner weiß, wer der Täter ist und Gerüchte über seltsame Verhältnisse zwischen Knechten und Barbara, der ältesten Tochter der Familie kursieren. Überhaupt hat jeder im Dorf etwas über die Dannerfamilie etwas zu erzählen. Die Gerüchteküche brodelt, manche sagen sogar, dass die Familie ihr unausweichliches und göttlich gegebenes Schicksal ereilt habe. Die Frage nach dem „Warum?“ beschäftigt die Dörfler mehr als die Frage nach dem „Wer?“, doch beides ist ganz eng verwoben…
Der Debütroman von Andrea Maria Schenkel schoss in den Buchcharts auf Anhieb ganz nach oben und gewann den deutschen Krimipreis 2007. Er beschreibt eine wahre Begebenheit, die in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts auf einem Hof in Bayern stattfand. Schenkel lässt Zeugen sprechen, Dorfbewohner, die alle etwas wissen oder eine Meinung haben, streut Passagen mit Handlung ein und achtet bei alledem sehr genau darauf, dass kein Muster oder eine Chronologie entstehen könnte. Das hält zwar die Spannung bis zum Schluss aufrecht, doch kann es einen auch ganz schön durcheinander bringen. Man muss schon einen genaueren, am besten zweiten Blick, auf den Roman werfen, bis man die stilistischen Mittel zweifelsfrei in den Handlungsablauf einordnen kann. Der Einstieg in den Roman fällt recht schwer, doch wenn man einmal begonnen hat, kann man nicht mehr aufhören.
Verglichen mit anderen Romanen ist dieser Krimi abgehackt. Auf Grund der vielen Kapitel mit nicht aneinander anknüpfenden Handlungssträngen ist es schwer einen roten Faden zu entdecken und zu verfolgen.
Schlussendlich muss ich sagen, dass der Roman Geschmackssache ist. Man sollte ihn nicht nur nebenbei lesen, denn dann kann man dem Schwanz, den die Handlung hinter sich her zieht nicht folgen. Weil er sehr kurz, nur 125 Seiten, ist, sollte das jedoch kein Problem sein.
Rezension: Tannöd
12. Dezember 2007
Mord in Tannöd!
Der Kriminalroman „Tannöd“ handelt von einem schrecklichen Ereignis, welches in den 50er Jahren in einem kleinen Bauerndorf Oberbayerns geschah. Eine ganze Familie, samt den Kindern, wird auf ihrem Hof ermordet. Der Täter ist unauffindbar.
„Andrea Maria Schenkel“ ist 44 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.Tannöd, dass erste Werk der jungen Autorin wurde 2006 veröffentlicht und schon nach kurzer Zeit mit dem Deutschen Krimi Preis honoriert.
Sie schafft es den Leser aktiv an der Auflösung des Falls zu beteiligen. Anders als in standardmäßigen Detektivromanen gibt es keine wirkliche, ermittelnde Person. Der Leser selbst wird so in das Geschehen eingebunden, sodass er Einblick in die Gefühle und Meinungen von Einwohnern hat und trotzdem die wahre Handlung vor Augen hat. Sie ist jedoch nur Bruchstückhaft und setzt sich erst am Ende des Buches vollständig zusammen. So bleibt das Buch spannend bis zur letzten Seite.
Interessant ist außerdem, dass das Geschehene auf einem realen Fall basiert. Genau wie in ihrem Nachfolgewerk „ Kalteis“, in welchem es um die Vergewaltigung und Ermordung von Frauen in der Nähe Münchens geht.Andera M. Schenkel war vor ihrem Debüt noch vollkommen unbekannt und so ist es, erfreulich zu sehen, dass nicht nur alte Hasen im Geschäft die Preise einstreichen, sondern auch neue Gesichter eine Chance haben.
Das Buch ist im Endeffekt ein gelungener Kriminalroman, sehr schnell zu lesen und erzählt den Fall authentisch. Jedoch braucht es eine Weile bis das Buch in Fahrt kommt. Das Buch ist von Anfang an undurchschaubar und erst am Ende kann man alle Tatsachen verstehen.
Philip Gizewski, 3. Dezember 2007
Gleich drei Preise für’s Debüt…?
12. Dezember 2007
Die Hausfrau Andrea Maria Schenkel liefert mit ihrem Krimidebüt einen Bestseller ab. Das Krimidebüt, das in einem Einöddorf nahe München spielt, wird von Frau Schenkel auf ihre eigene Art und Weise erzählt.
In einem Einöddorf spielt sich ein grausames Massaker ab. Sechs Menschen werden tot in einer Scheune aufgefunden. Mit einer Spitzhacke wurden sie blutrünstig erschlagen. Die Dannerfamilie waren Einödler. Kaum jemand mochte sie. Mürrische, geizige Leute waren sie. Einödler eben. Seit dem Mord geht die Angst im Dorf um. Es könnte von jetzt an jeden treffen und jeder könnte es gewesen sein. Misstrauen überschattet das einst so liebliche und ruhige Dorf.Jeden Schritt des Mörders verfolgt man mit, ohne ihn zu kennen. Erst am Ende, wenn das Puzzle komplett ist, wird der Mörder entlarvt.
Der Roman „Tannöd“ ist ihr Debüt. Andrea Maria Schenkel sagt selbst, sie habe das Buch nebenbei tagtäglich geschrieben, wie ein jeder sein Tagebuch führt, ob dies wahr ist, wage ich zu bezweifeln. Der echte Mordfall hat sich in den 20er Jahren zugetragen, der bis heute ungeklärt ist. Die Geschichte von Andrea Maria Schenkel spielt hingegen in den 50er Jahren, in der der Mordfall aufgeklärt wird.
Ohne spezifische Fachbegriffe schafft es Andrea Maria Schenkel aus einem einfachen ungeklärten Mordfall einen mitnehmenden und packenden Roman zu schreiben. Gleich drei Preise räumte Frau Schenkel ab, welche sie nach meiner Meinung nicht verdient hat, da dieses Werk literarisch nicht gekonnt ist. Der Kaufpreis, der bei fast 13 Euro liegt, ist für 125 Seiten ziemlich hoch angesetzt. Wer jedoch auf Krimis mit „Spitzhackenmord“ steht, sollte es sich doch kaufen.
Jan Sklorz
Der Mord, der zum Bestseller wurde
12. Dezember 2007
Andrea Maria Schenkel, eine 44 jährige Hausfrau, die mit ihrer Familie in der nähe von Regensburg lebt, hat mit ihrem Krimidebüt einen Bestseller veröffentlicht, der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.Der Krimi spielt in dem fiktiven bayerischen Ort Tannöd und bezieht sich auf einen realen Mordfall, der in der Nacht vom 31.März1922 auf den 1. April 1922 in dem oberbayerischen Ort Hinterkaifeck stattfand. In dem Krimi geht es um die hinterwäldische fünfköpfige Familie Tanner, die auf ihrem Einödhof zusammen mit der Magd brutal ermordet aufgefunden wurde. Es ist eine merkwürdige Sippschaft, über die so einiges gemunkelt wurde von der Wortkargheit über übermäßigen Geiz bis hin zum Inzestverdacht zwischen Vater und Tochter. Der Mordfall wird nun nicht chronologisch bearbeitet, sondern unchronologisch aus Sicht des Täters, der Opfer, der Dorfbewohner und des Zeugen aufgerollt. So werden im Laufe des Krimis nicht nur der Mord, sondern auch das Milieu und die Vorgeschichte geklärt. Schenkel wirft mit ihrem Bezug zur Realität alte fragen zu dem nie geklärten Mordfall auf und lässt den Leser in die Rolle des Ermittlers, der aus ganz eigenen Beweggründen das „Morddorf“ aufsucht, schlüpfen. Ihre ungewöhnliche Erzählweise gibt dem Leser die Möglichkeit selbst Teil der Handlung zu werden. Schenkel nutzt einen multiperspektivischen Blick, wodurch das geschehen immer wieder aus der Sicht anderer Personen geschildert wird. Zum einen werden immer wieder Rückblenden eingeschoben, in denen man den Mord aus der Sicht des Mörders oder des einzigen Zeugen erläutert bekommt, zum anderen gibt es Textpassagen, in denen die Dorfbewohner, Familie und Bekannte schildern, wie sie die Familie vor dem Mord wahrgenommen haben. Trotz des bayerischen Schauplatzes lässt Schenkel die Einwohner des Dorfes nicht in ihrem landestypischen Akzent sprechen sondern bedient sich einer leicht zu lesenden „Umgangs-Hochsprache“. Dadurch verliert der Krimi jedoch keineswegs an Authenzität. Schenkel versteht es komplexe zusammenhänge so zu verknüpfen, sodass es dem Leser schwer fällt, sich von dem Buch zu lösen. Sie lässt den Leser fast bis zum Schluss rätseln, wer der Mörder war und aus welchen Beweggründen diese Tat geschah. Gerade in Momenten, in denen der Krimi an Spannung verliert, lässt sie Informationen zum Fall einfließen, mit denen der Leser zum weiterlesen angeregt wird. Einzig störend und für den Spannungsaufbau hinderlich sind die immer wiederkehrenden Gebetstexte, die weder die Handlung weiterbringen noch sonst irgendein sinnvoller Bestandteil des Buches sind. Sie wirken lediglich wie Lückenfüller, um das ohnehin schon kurz geratene Buch etwas dicker scheinen zu lassen.
„Tannöd“ ist ein gut gelungener Kriminalroman, der zwar zu Anfang etwas schwerfällig ist, jedoch nach den ersten Startschwierigkeiten recht zügig an Fahrt gewinnt und leider ebenso schnell zum Schluss gelangt.
Joscha Glanert