Überraschungs-Bestseller „Tannöd“
13. Dezember 2007
Tannöd – klingt dieser Name nicht nach einem wunderschönen, idyllischen Ort in dem sich alle Anwohner kennen und schätzen? Doch dies ist nicht die Realität, denn nach Tannöd verirrt sich so schnell niemand. Besonders der abgelegene Einödhof der Danners wird von den Anwohnern gemieden, denn dieser befindet sich am Rande eines bedrohlichen Waldes. Die Bewohner sind Eigenbrötler und galten als geizig. Deswegen fällt den Anwohnern das Fehlen der Familie Danner und ihrer Magd erst nach Tagen auf. Doch was ist passiert? Die Dorfbewohner machen sich auf den Weg zum Hof und machen dort einen grausamen Fund.
Andrea Maria Schenkel greift den Mordfall in ihrem Krimi Tannöd wieder auf und versetzt ihn in die fünfziger Jahre. Ihr Vorbild ist die Realität. Eine gesamte Familie wird in einer Nacht ausgelöscht, ohne dass dies jemals aufgeklärt wird. Einige Autoren haben sich schon vor ihr mit dem Fall befasst, doch ihr gelang es mit ihrem Krimidebüt mit Preisen wie dem deutschen Krimipreis und dem Friedrich-Glauser 2007 ausgezeichnet zu werden. Ihre Vorgehensweise ist besonders, denn es werden völlig verschiedene Perspektiven der Anwohner dargestellt. Die Verdächtigenliste ist lang und der Täter ist nicht offensichtlich. So stellen die Bewohner viele Vermutungen auf, wer die Tat begangen haben könnte. Die Angst breitet sich aus.
Der Leser geht auf die Suche nach dem Mörder und setzt die Aussagen der Anwohner wie ein Puzzle Stück für Stück zusammen. Dabei führt Andrea Maria Schenkel ihn immer wieder auf eine falsche Fährte und zeigt wie schwierig es ist Licht ins Dunkel dieser Tat zu bringen.
In einem weiteren Erzählstrang begleitet der Leser den Täter immer wieder bei seinen alltäglichen Gewohnheiten ohne seine Identität zu kennen. Dadurch, dass die Berichte nicht nach chronischer Reihenfolge geordnet sind, baut die in ihrem Krimi die Spannung langsam auf.
Der Krimi erweckt vor allem durch diese komplizierte Konstruktion das Interesse des Lesers und wirkt durch die verschiedenen Sprachstile lebendig.
Somit ist das Buch für eine große Bandbreite geeignet und zu empfehlen.