Das unscheinbare und idyllisch erscheinende Dorf Tannöd in Bayern wird über Nacht zum Schauplatz eines grässlichen Verbrechens. Die ganze Familie, der Vater, seine Frau und drei Kinder sowie die Magd werden erschlagen aufgefunden.
Andrea Maria Schenkel entführt Sie in ein Dorf, in dem nach der Tat nichts mehr ist wie es war. Keiner weiß, wer der Täter ist und Gerüchte über seltsame Verhältnisse zwischen Knechten und Barbara, der ältesten Tochter der Familie kursieren. Überhaupt hat jeder im Dorf etwas über die Dannerfamilie etwas zu erzählen. Die Gerüchteküche brodelt, manche sagen sogar, dass die Familie ihr unausweichliches und göttlich gegebenes Schicksal ereilt habe. Die Frage nach dem „Warum?“ beschäftigt die Dörfler mehr als die Frage nach dem „Wer?“, doch beides ist ganz eng verwoben…

Der Debütroman von Andrea Maria Schenkel schoss in den Buchcharts auf Anhieb ganz nach oben und gewann den deutschen Krimipreis 2007. Er beschreibt eine wahre Begebenheit, die in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts auf einem Hof in Bayern stattfand. Schenkel lässt Zeugen sprechen, Dorfbewohner, die alle etwas wissen oder eine Meinung haben, streut Passagen mit Handlung ein und achtet bei alledem sehr genau darauf, dass kein Muster oder eine Chronologie entstehen könnte. Das hält zwar die Spannung bis zum Schluss aufrecht, doch kann es einen auch ganz schön durcheinander bringen. Man muss schon einen genaueren, am besten zweiten Blick, auf den Roman werfen, bis man die stilistischen Mittel zweifelsfrei in den Handlungsablauf einordnen kann. Der Einstieg in den Roman fällt recht schwer, doch wenn man einmal begonnen hat, kann man nicht mehr aufhören.

Verglichen mit anderen Romanen ist dieser Krimi abgehackt. Auf Grund der vielen Kapitel mit nicht aneinander anknüpfenden Handlungssträngen ist es schwer einen roten Faden zu entdecken und zu verfolgen.

Schlussendlich muss ich sagen, dass der Roman Geschmackssache ist. Man sollte ihn nicht nur nebenbei lesen, denn dann kann man dem Schwanz, den die Handlung hinter sich her zieht nicht folgen. Weil er sehr kurz, nur 125 Seiten, ist, sollte das jedoch kein Problem sein.

2 Antworten zu “Tannöd – Der Schauplatz der Mutter des Verbrechens”

  1. Joscha G. sagte

    Sind es nicht der alte Danner, seine Frau, deren Tochter und dann die Kinder, die die Tochter hat? Es wirkt so, als ob es drei Kinder vom Dnner und seiner Frau sind.

    mfg Joscha

  2. svenjanssen sagte

    für die nerds unter euch ^^
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