Andrea Maria Schenkel, Autorin des zu rezensierenden Kriminalromans „Tannöd“, wurde am 21. März 1962 in Regensburg geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Dorf im Landkreis Regenburg. Mit der Veröffentlichung ihres Kriminalromans „Tannöd“ 2006, erhielt sie 2007 für ihren Debütroman den Deutschen Krimi Preis und den Friedrich Glauser-Preis. Gemeinsam mit Monica Bleibtreu erhielt sie außerdem für das Hörbuch den CORINE-Weltbild-Leserpreis. Der Erfolg des Buches spiegelte sich wochenlang auf Platz eins der Bestsellerlisten wieder, im kommenden Jahr steht sogar eine Verfilmung bevor. Mit ihrem zweiten Krimi „Kalteis“ versucht sie an die Erfolge ihres ersten Romans anzuknüpfen.Die Geschichte von „Tannöd“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich im Jahre 1922 in einem kleinen Dorf in Bayer ereignete. Eine Familie wird ermordet von einer Spitzhacke aufgefunden. Auch wenn es sich bei den Opfern um mürrische, nicht gemochte geizige Leute handelt, geht im Dorf die Angst vor einer weiteren Tat um. Vom Täter fehlt jedoch jede Spur. Auch der Leser, der den Mörder zwar Schritt für Schritt verfolgt, kann erst am Ende des Romans erkennen, wer der Täter ist. Genau diese Perspektive macht den Krimi einzigartig und spannend, vermittelt dabei ein Gefühl der Zugehörigkeit. Schenkel wechselt ständig die Erzählperspektive. In Interviewform erzählen die Dorfbewohner, geben dabei Informationen über die Mordfamilie preis. Auch die auf einen Mord hinweisenden Gebetspassagen, verwirren den Leser zusätzlich und verleiten zum aufmerksamen weiterlesen. Erst wenn das Mosaik komplett ist, löst sich auf wer der Täter ist. Gekonnt in ihrer Schreibstruktur erzählt die Autorin über diesen Mordfall, doch hohen Erwartungen kann das Buch mit Sicherheit nicht gerecht werden.